Augenlaser im Ausland
Wer sich dennoch den Traum von der unsichtbaren Brille erfüllen will, muss ihn selbst finanzieren.
Kein Wunder also, das ausländische Kliniken mit günstigen Preisen auf deutsche Patienten sehr verlockend wirken.
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Wer sich für eine OP im Ausland entscheidet, sollte folgendes beachten:
Technische Ausstattung und Erfahrung
Grundsätzlich sind viele Kliniken im Ausland mit exzellenter Technik ausgestattet. Einige bekannte Ärzte haben sich in längeren USA-Aufenthalten den Umgang mit der modernen Laser-Technik aneignen können, die sie zu erfolgreichen Eingriffen am empfindlichen Auge befähigen. Ebenso wichtig ist aber der Erfahrungswert bei solchen Operationen. Potentielle Patienten sollten sich danach erkundigen, wie oft der in Frage kommende Arzt mit dem Laser operiert. Die Anzahl der Operationen am Auge sollte auf den Monat gerechnet nicht unter 50 liegen.
Gründliche Voruntersuchung
Vor dem Eingriff ist eine gründliche Untersuchung nötig. Die schon in Deutschland von einem qualifizierten Arzt durchführen zu lassen, ist aus zwei Gründen sinnvoll. Zum einen kann es passieren, dass die Voruntersuchung ergibt, dass der Patient sich für den Eingriff gar nicht eignet. Stellt sich das erst in der ausländischen Klinik heraus, muss man zwar nicht die OP bezahlten, auf den Reisekosten bleibt man dennoch sitzen.
Risikoaufklärung
Zum anderen ist die Aufklärung über Risiken im Ausland oft völlig unzureichend. Es reicht nicht, zu checken, wie am schnellsten operiert und mit welcher Methode der Sehfehler korrigiert werden kann. Damit eine Laser-Behandlung maximalen Erfolg erzielen kann, muss sich der Arzt in einem umfangreichen Vorgespräch Zeit dafür nehmen, alle Risikofaktoren abzufragen und vor allem auch darüber aufzuklären. In ausländischen Kliniken liegen Voruntersuchung und OP meistens aufgrund der Zeitknappheit an einem Tag. Schönmalerei ist mit Vorsicht zu genießen – ein seriöser Arzt ermittelt ein realistisches Bild der Erfolgsaussichten und redet nicht um den heißen Brei der Risiken herum.
Schwierig ist im Ausland gerade beim Beratungsgespräch und der Voruntersuchung die Sprachbarriere. Ein Beratungsgespräch auf Englisch, noch dazu mit Fachvokabular, ist für Laien nicht sehr nutzbringend.
Stimmt der Arzt letztlich einer OP zu, wenn der Patient zum Beispiel sehr weitsichtig ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass nach der OP immer noch eine Sehhilfe nötig ist. Erkundigt sich der Arzt nicht nach Vorerkrankungen wie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen, fragt er nicht nach, ob die Dioptrien-Werte während der letzten eineinhalb Jahren stabil waren und interessiert ihn nicht, ob beispielsweise Medikamente eingenommen werden, die die Wundheilung beeinflussen, dann ist ihm das Augenlicht seines Patienten nicht wichtig. In diesem Fall sollte niemand den finanziellen Vorteil über seine Gesundheit stellen.
Hygiene
Viele ausländische Kliniken haben einen ausgezeichneten Hygienestandard. Den erkennt der Laie, indem er sich zum einen nach einem Hygienebeauftragten erkundigt und zum anderen im OP selbst. Im OP-Saal kann der Patient schnell erkennen, wie streng das medizinische Personal es mit der Hygiene hält: Dazu gehört nicht nur ein augenscheinlich sauberer Raum. Wer den OP betritt, sollte dies nicht ohne Mundschutz und Schutzhüllen über den Schuhen tun. Herumliegende Gegenstände wie Akten, sonstiges Papier, einfach alles, was nicht zum OP-Besteck gehört, hat im OP-Saal nichts zu suchen. Eine OP am Auge dauert oft nur wenige Minuten, aber schon die kleinste Infektion kann das Sehvermögen für alle Zeit gefährden oder im schlimmsten Fall zerstören.
Nachuntersuchung und Haftung
Nach einer Augenlaser-Behandlung stehen mehrere Nachuntersuchungen in verschiedenen zeitlichen Abständen an. Diese können in den meisten Fällen aufgrund der Entfernung nicht in der ausländischen Klinik stattfinden. Geht bei der OP etwas schief oder führt sie nicht zum erwarteten Erfolg, kann in Deutschland kein Haftungsanspruch durchgesetzt werden, weil der Arzt, der den Eingriff vorgenommen hat, natürlich kein Mitglied in der Deutschen Ärztekammer ist. Eine Schadensersatzforderung ist in diesem Fall schwierig.
Grundsätzliches
Es ist immer ratsam, sich vor einer Augenlaser-OP im Ausland Informationen über den Behandlungsort einzuholen. Erfahrungsberichte zu diversen Kliniken finden sich im Forum. Ein vorheriges Beratungsgespräch und die Voruntersuchung in Deutschland bilden eine gute Grundlage, um im Ausland Vergleiche ziehen und die Qualität der jeweiligen Klinik abschätzen zu können.
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